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Gebrauchtwagen kaufen: Lesen Sie ihn zuerst selbst mit einem OBD2-Scanner aus

Tweedehands auto kopen: lees 'm eerst zelf uit met een OBD2-scanner

Yasar Kocdas |

Hast du schon mal ein gebrauchtes Auto gekauft, mit dem du glücklich nach Hause gefahren bist? Und zwei Wochen später ging plötzlich eine Warnleuchte an? Dann kennst du dieses mulmige Gefühl im Magen. Das Auto schien perfekt: sauber geputzt, schöne Anzeige, freundlicher Verkäufer. Trotzdem war ein Problem versteckt, das du bei der Besichtigung nicht gesehen hast.

Die gute Nachricht: Das hättest du vorhersehen können. Mit einem einfachen OBD2-Scanner liest du ein Auto in wenigen Minuten selbst aus. Du siehst, welche Fehlercodes im Speicher stehen. Du erkennst, ob gerade etwas gelöscht wurde. Und du verhinderst, dass du tausende Euro für fremde Probleme zahlst.

Warum du ein gebrauchtes Auto immer auslesen solltest

Eine Probefahrt und ein Blick unter die Motorhaube sagen wenig über die Elektronik aus. Moderne Autos haben dutzende Steuergeräte. Die speichern Fehler, auch wenn die Warnleuchte nicht leuchtet. Ein Verkäufer kann eine Lampe ausschalten. Die gespeicherte Historie bekommt er viel schwerer gelöscht.

Rechne mal mit. Ein neues Getriebe kostet schnell mehrere tausend Euro. Ein kaputter Rußfilter oder eine defekte Turbolader ebenso. Ein Scanner für ein paar Euro, der so einen Fehlkauf verhindert, hat sich sofort amortisiert.

Was dir ein OBD2-Scanner zeigt

Ein Scanner kommuniziert mit dem Bordcomputer über den OBD2-Anschluss. Der befindet sich bei fast jedem Auto ab 2001 (Benziner) oder 2004 (Diesel) unter dem Armaturenbrett. Das bekommst du heraus:

Aktive Fehlercodes. Fehler, die gerade aktuell sind. Denk an Motor, ABS, Airbag oder Abgassystem. Jeder Code verweist auf ein Bauteil.

Gespeicherte (ausstehende) Codes. Fehler, die gelegentlich wieder auftreten. Oft das erste Anzeichen für ein schwelendes Problem.

Readiness-Monitore. Das sind Selbsttests des Autos. Stehen alle auf „nicht bereit“? Dann wurde die Fehlerhistorie kurz zuvor gelöscht. Ein wichtiges Warnsignal.

Echtzeitdaten. Kühlflüssigkeitstemperatur, Drehzahl, Lambdawerte. Damit siehst du beim Leerlauf, ob der Motor ordentlich läuft.

OBDeleven-App zeigt einen Fahrzeug-Gesundheitsbericht mit Fahrzeugprüfung und Kilometercheck an

Der gelöschte-Codes-Trick: Hier fallen Käufer darauf rein

Ein schlauer Verkäufer löscht kurz vor der Besichtigung alle Fehlercodes. Das Armaturenbrett ist dann blitzsauber. Trotzdem verrät sich das Auto. Nach dem Löschen springen die Readiness-Monitore nämlich auf „nicht bereit“. Sie werden erst nach vielen Kilometern unter wechselnden Bedingungen wieder grün.

Siehst du ein sauberes Armaturenbrett, aber Monitore, die noch nicht bereit sind? Dann wurde vor Kurzem etwas gelöscht. Frage den Verkäufer warum. Seine Antwort sagt oft genug.

Schritt-für-Schritt-Anleitung bei der Besichtigung

  1. Bitte den Verkäufer, das Auto kalt stehen zu lassen. Ein Kaltstart verrät mehr.
  2. Suche die OBD2-Buchse (unter dem Lenkrad oder beim Sicherungskasten) und schließe den Scanner an.
  3. Schalte die Zündung ein, ohne zu starten. Lese die aktiven und gespeicherten Fehlercodes aus.
  4. Überprüfe die Readiness-Monitore. Viele Monitore auf „nicht bereit“ = kürzlich gelöscht.
  5. Starte den Motor und sieh dir die Live-Daten an: Temperatur steigt ordentlich, Drehzahl stabil.
  6. Notiere jeden Code. Suche ihn später auf oder bespreche ihn mit deinem Mechaniker.

OBD2-Adapter angeschlossen an die OBD2-Buchse unter dem Armaturenbrett

Achte auch auf diese Signale

Kilometerstand stimmt nicht. Manche Scanner und Apps lesen den Kilometerstand aus mehreren Modulen aus. Unterschiede deuten auf Zurückdrehen hin.

Immer wieder derselbe Code. Ein Code, der nach dem Löschen sofort wiederkommt, gehört zu einem echten Defekt.

Viele Module mit Fehlern. Ein einzelner Fehler ist normal. Fehler im ganzen Auto nicht.

Was ein Scanner NICHT sieht

Sei ehrlich zu dir selbst: Ein OBD2-Scanner ist kein Wundermittel. Er liest die Elektronik aus, nicht die Mechanik. Rost unter dem Auto, Spiel in der Aufhängung, eine verschlissene Kupplung oder Schadenshistorie sieht man damit nicht. Kombiniere das Auslesen also immer mit einer guten Sichtprüfung und bei Zweifeln mit einer Inspektion.

Welchen Scanner brauchst du?

Gute Nachrichten: Du brauchst keinen teuren professionellen Scanner, um ein Auto zu prüfen. Für eine Kaufprüfung willst du vor allem Fehlercodes lesen und löschen, die Readiness-Monitore sehen und einige Live-Daten anschauen. Eine bezahlbare App mit Scanner für ein paar Euro reicht dafür völlig aus. Der Topdon CarPal ist der günstigste; willst du auch ABS, Airbag und andere Systeme sehen, wähle den Autel AP200; und für Volkswagen, Audi, Skoda, SEAT oder Cupra ist der OBDeleven 3 ideal. Diese drei sind ein guter Startpunkt:

Topdon CarPal Auslesegerät AutoTopdon CarPal ansehen → Autel MaxiAP AP200 Auslesegerät AutoAutel AP200 ansehen → OBDeleven 3 Auslesegerät AutoOBDeleven 3 ansehen →

Alle drei kosten nur einen Bruchteil dessen, was eine versteckte Reparatur kostet. Du hast den Scanner also schon mit der ersten Kaufprüfung wieder drin. Vergleiche gerne die gesamte Kollektion der Auslesegeräte.

Häufig gestellte Fragen

Funktioniert ein OBD2-Scanner bei jedem Gebrauchtwagen?

Bei fast jedem Benziner ab 2001 und Diesel ab 2004, denn die haben verpflichtend einen OBD2-Anschluss. Sehr alte oder exotische Modelle können abweichen. Der Anschluss befindet sich meist gut erreichbar unter dem Armaturenbrett.

Kann ich sehen, ob der Verkäufer die Fehlercodes gelöscht hat?

Nicht direkt, aber indirekt. Nach dem Löschen stehen die Readiness-Monitore auf „nicht bereit“, bis das Auto genug gefahren wurde. Ein sauberes Speicher mit nicht bereiten Monitoren ist ein starkes Signal, dass gerade etwas gelöscht wurde.

Ersetzt das Auslesen eine Prüfung?

Nein. Auslesen überprüft die Elektronik und die Fehlerhistorie. Mechanischen Verschleiß, Rost und Schäden sieht man damit nicht. Bei einem teuren Auto bleibt eine unabhängige Prüfung neben dem Auslesen ratsam.

Brauche ich Fachwissen über Autos?

Nein. Die meisten Scanner und Apps übersetzen die Codes in Alltagssprache. Du musst nur die Codes notieren und nachschlagen oder mit einem Mechaniker besprechen. Der Readiness-Check ist buchstäblich grün oder nicht bereit.

Kurz zusammengefasst

Ein Gebrauchtwagen ohne Auslesen zu kaufen ist ein Glücksspiel. Für ein paar Euro deckst du die digitale Wahrheit auf: Fehlercodes, gelöschte Historie und den tatsächlichen Zustand der Elektronik. Lies ihn zuerst selbst aus und verhandle mit den Fakten in der Hand.

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